Jahresrituale
Den Jahresrhythmus des Stamms aktiv mitgestalten: ein monatliches Stamm-Erlebnis organisieren und ein Retreat vorbereiten und mitgestalten.
Was ist das?
Jahresrituale sind die grossen Taktgeber im Stamm – Momente, die aus dem Wochenrhythmus herausragen und den Stamm als Ganzes erlebbar machen.
Zwei Formate gehören dazu:
- Stamm-Erlebnis: Einmal im Monat unternimmt der ganze Stamm etwas gemeinsam – halb- oder ganztägig, mal drinnen, mal draussen, mal ruhig, mal abenteuerlich. Ein gemeinsamer Kochabend mit Gästen, ein Ausflug in die Berge, der Besuch einer Ausstellung, ein Arbeitstag im Wald, Schlittschuhlaufen, die Sternwarte, ein Konzert, eine Kletterhalle. Was genau passiert, entscheiden die Jugendlichen selbst.
- Retreat: Zwei- bis dreitägige Stamm-Reise mit Übernachtung, gemeinsamem Kochen und längeren Gesprächen. Teams formen sich, grosse Fragen werden besprochen, Jahres-Vorhaben geschmiedet. Diese Retreats sind auch die natürlichen Momente, um Mentor:innen, Kompliz:innen, Alumni und Familien gezielt einzuladen.
Monatliche Erlebnisse und jährliche Retreats können aus dem Community-Fonds (mit-)finanziert werden.
In dieser Quest organisierst du – als vollwertiges Stamm-Mitglied – mindestens eines dieser Formate aktiv mit: vom Vorschlag bis zur Durchführung.
Warum gibt es das?
Der Alltag im Basecamp ist reich. Aber Gemeinschaft braucht auch Momente, die nicht «Alltag» sind: Zeiten, in denen man nicht einfach nebeneinander arbeitet, sondern zusammen etwas erlebt, das einen Eindruck hinterlässt.
Stamm-Erlebnisse und Retreats schaffen diese Momente. Sie stärken den Zusammenhalt auf eine Weise, die kein Werkzeug und kein Format ersetzen kann. Gespräche, die an einem langen Abend entstehen, Entscheidungen, die auf einer Bergwanderung reifen, Bilder, die man gemeinsam gesehen hat – das prägt die Kultur des Stamms und bleibt.
Dass diese Formate vom Stamm selbst organisiert werden, ist kein Zufall: Es ist Selbstführung in der praktischsten Form. Wer geplant, gebucht, Gäste eingeladen und den Community-Fonds beantragt hat, nimmt am nächsten Retreat mit anderen Augen teil.
Wie geht es konkret?
- Bring einen Vorschlag ein. Was würdest du mit dem Stamm erleben wollen? Ein Stamm-Erlebnis oder ein Retreat? Nutz den Beratungsprozess, wenn es Fragen gibt – der Stamm entscheidet gemeinsam.
- Plane es durch. Wann, wo, wie lange, was kostet es? Falls nötig: Antrag an den Community-Fonds. Wer soll eingeladen werden – Mentor:innen, Kompliz:innen, Alumni, Familien?
- Delegiere. Ein Erlebnis, das du allein trägst, erschöpft. Verteile die Aufgaben im Stamm: Einkauf, Logistik, Kommunikation, Dokumentation.
- Gestalte den Inhalt mit. Beim Retreat gehört ein guter Abend dazu, an dem grosse Fragen besprochen werden: Was haben wir in diesem Jahr erlebt? Was nehmen wir mit? Was wollen wir im nächsten Jahr anders machen?
- Halte fest, was entstand. Eine Notiz auf der eigenen Page – was du organisiert hast, was dich überrascht hat, was der Stamm davon mitgenommen hat.
Für Einführende
Wer führt ein?
Stamm (Konzept 5.6). YOLU unterstützt in der Anfangsphase bei der Umsetzung, zieht sich danach bewusst zurück.
Worauf achten?
- Das Stamm-Erlebnis lebt davon, dass die Jugendlichen es wirklich selbst wählen – nicht dass jemand von aussen eine Aktivität vorschlägt und der Stamm nickt. Unterstütze beim Prozess, nicht beim Inhalt.
- Beim Retreat ist die Tendenz gross, ihn zu voll zu planen. Ein Retreat braucht auch Leere: freie Zeit, unstrukturierte Abende, Raum zum Entstehen.
- Mentor:innen, Kompliz:innen und Familien sind willkommen – aber als Gäste, nicht als Gestalter:innen. Der Retreat gehört dem Stamm.
- Finanzierungsfragen frühzeitig klären: Was kommt aus dem Community-Fonds, was tragen die Jugendlichen selbst? Das ist selbst eine Übung in Stamm-Wirtschaft.
Material
- Überblick über den Community-Fonds: Antragsprozess, verfügbares Budget (Stand Pilot 2026: in Klärung)
- Vorlagen für die Retreat-Einladung an Mentor:innen, Kompliz:innen, Alumni und Familien
- Vorschlag für einen Abend-Gesprächsrahmen beim Retreat (grosses Fragen, Jahres-Vorhaben)