Wochenrhythmus
Den wiederkehrenden Rhythmus der Woche kennenlernen: Weekly, Stamm-Einsätze und die Mahlzeiten- und Pausenkultur – bis er im Körper sitzt.
Was ist das?
Der Wochenrhythmus ist das Gerüst, das den Alltag im Basecamp trägt. Er besteht aus drei wiederkehrenden Elementen:
- Weekly: Ein kurzes Treffen des ganzen Stamms, einmal pro Woche (15–30 Minuten). Drei Fragen stehen im Mittelpunkt: Wie geht es mir? Was steht diese Woche an? Was müssen wir gemeinsam koordinieren?
- Stamm-Einsätze: Rund 20% der Zeit – ungefähr ein Tag pro Woche, verteilt – fliessen in Hosting, Betrieb, Events und die aktive Mitverantwortung am Host-Ort. Die Jugendlichen sind keine Gäste, sondern Mitwirkende.
- Pausen- und Mahlzeiten-Kultur: Gemeinsame Kaffeepausen und Mittagessen sind kein Beiwerk. Beziehungen entstehen nicht im Meeting, sondern beim Brot teilen.
Diese drei Dinge wechseln sich nicht ab – sie laufen gleichzeitig, Woche für Woche.
Warum gibt es das?
Ein Stamm entsteht nicht durch eine Vereinbarung auf Papier, sondern durch gemeinsame Wiederholung. Das Weekly gibt dem Stamm eine verlässliche Kontaktstelle: Jede Woche sieht man sich, hört voneinander und klärt, was ansteht. Das schafft Sicherheit – vor allem in der Anfangsphase, wenn noch vieles unsicher ist.
Die Stamm-Einsätze sind der Moment, in dem «Zugehörigkeit» von einem Gefühl zu einer Praxis wird. Wer seinen Teil trägt – den Empfang hält, für ein Event kocht, eine Reparatur erledigt – merkt: Dieser Ort gehört mir auch ein wenig. Und andere merken dasselbe.
Die Mahlzeiten sind im Konzept bewusst als Teil des Rhythmus genannt, nicht als Randnotiz. Informelle Begegnungen sind keine Pause vom Lernen – sie sind ein eigener Ort, an dem Vertrauen wächst, Ideen entstehen und Neues beginnt.
Wie geht es konkret?
- Geh zum Weekly. In der Anfangsphase ist YOLU wöchentlich dabei. Später führt der Stamm es selbst. Mach mit – du musst nicht viel sagen, aber du bist da.
- Übernimm deinen Stamm-Einsatz. Wer was übernimmt, klärt sich im Weekly oder im Mentoring. Rund 20% der Zeit fliesst hier hinein – das ist in der Vereinbarung festgehalten (Konzept 5.8).
- Kehr zurück an den Tisch. Mittagessen und Kaffeepausen finden mit wechselnden Menschen statt. Manchmal mit jemandem aus dem Coworking, manchmal nur mit dem Stamm.
- Merke, was sich verändert. Nach ein paar Wochen läuft der Rhythmus von selbst – man muss nicht mehr daran denken. Das ist das Zeichen, dass er angekommen ist.
Für Einführende
Wer führt ein?
Stamm (Konzept 5.5). YOLU ist in der Probezeit ansprechbar und begleitet das Weekly in der Anfangsphase aktiv.
Worauf achten?
- Wer aus Schulstrukturen kommt, ist es gewohnt, dass Rhythmus von aussen kommt (Stundenplan, Glocke, Lehrperson). Das Weekly und die Stamm-Einsätze sind verbindlich – aber niemand treibt an. Das kann sich am Anfang nach Leere anfühlen.
- Die 20% Stamm-Zeit sind in der Vereinbarung verankert, keine Kür. Nimm das ernst – nicht als Regel, sondern als Fundament der Gemeinschaft.
- Mahlzeiten und Pausen sind keine Lücken im Programm. Wenn der Stamm sie weglässt oder jede:r allein isst, fehlt etwas.
- Das Weekly soll nicht zum Status-Meeting werden. Die drei Fragen (Wie geht es mir? Was steht an? Was koordinieren wir?) halten es menschlich.
Material
- Weekly im Kalender verankert, Zeitfenster geschützt
- Stamm-Einsatz-Aufgaben bekannt und verteilt (Empfang, Küche, Events, Admin – je nach Host-Ort)
- Gemeinsames Mittagessen möglichst täglich ermöglichen (Tisch, Zeit, Infrastruktur)