Neue Feuer starten
Wanderschafts-Gäste aus anderen Orten hosten und allenfalls einen neuen Stamm mitgründen – so schliesst sich die Journey: aus dem Feuer springen neue Funken.
Was ist das?
«Neue Feuer starten» ist die letzte Quest der Journey. Auf Level 4 bist du nicht mehr neu – du kennst den Rhythmus, du trägst den Stamm mit, du hast schon weitergegeben. Jetzt kommt der nächste Schritt: Jugendliche von anderen Orten kommen auf Wanderschaft in deinen Stamm, und du bist Gastgeber:in.
Das bedeutet: Mitlaufenlassen, Fragen beantworten, den Alltag zeigen – nicht als Programm, sondern wie es wirklich ist. Und wenn der Funke überspringt: vielleicht hilft du dabei, an einem anderen Ort etwas Ähnliches aufzubauen.
Ein neuer Stamm entsteht laut Konzept in fünf Schritten:
- Konzepte, Vorlagen und Begleitung bei YOLU holen
- Einen Host-Ort suchen – Coworking, Bauernhof, Werkstatt, Kulturzentrum
- Erwachsene vor Ort ansprechen, die als Kompliz:innen bereit sind
- Einen eigenen Verein gründen
- Starten
YOLU begleitet im Pull-Prinzip: Vorlagen, Gespräche, Vermittlung von Mentor:innen, allenfalls Fürsprache – aber nicht steuern und nicht entscheiden.
Warum gibt es das?
Das Basecamp soll nicht an einem Ort bleiben. Aber es wächst nicht durch eine Zentrale, die expandiert – sondern durch Weitergabe: Erfahrene Jugendliche bringen Neuen den Rhythmus bei, und ein Stamm, der lebt, bringt junge Menschen hervor, die selbst losziehen.
Aus einem Funken wurde ein Feuer. Aus dem Feuer springen neue Funken.
Was sich weitergeben lässt, wandert von Ort zu Ort: Prinzipien, Rituale, Vorlagen, und die Art, wie Vertrauen und Kultur entstehen. Was sich nicht kopieren lässt – das formen die Jugendlichen an jedem neuen Ort selbst, für ihre Zusammenstellung, ihre Interessen, die lokalen Bedingungen.
Eine Bewegung wächst nicht dadurch, dass einer grösser wird, sondern dadurch, dass viele weitergeben.
Wie geht es konkret?
- Öffne den Stamm. Wanderschafts-Gäste aus anderen Orten kommen und mitlaufen – zeig ihnen den echten Alltag. Nicht die Hochglanzversion, sondern wie es wirklich geht.
- Antworte ehrlich. Was hat funktioniert? Was war schwierig? Was würdest du beim nächsten Mal anders machen? Deine Geschichte ist das Wertvollste, das du weitergeben kannst.
- Wenn der Funke überspringt: Wer einen neuen Stamm mitgründen will, holt sich bei YOLU Konzepte und Vorlagen. Es gilt Community First: Erst wenn am neuen Ort ein Host-Ort und Menschen bereit sind mitzuleben, wird gestartet. Wer das noch nicht hat, kommt zuerst nach Bern – den Rhythmus in den Körper bekommen, dann weiterziehen.
- Lass die Form offen. Wie der neue Stamm das alles lebt, entscheiden die Jugendlichen dort selbst. Es gibt kein Basecamp von der Stange.
- Feiere den Moment. Wenn das erste eigene Mentoring und die erste Weitergabe sichtbar werden, gehört das an die Schatzhebung – das ist der Moment, in dem die Journey sich schliesst.
Für Einführende
Wer führt ein?
YOLU und Kompliz:innen aus dem Netzwerk (Konzept 5.7). Der Circle Learning & Mentoring hält den Rücken frei.
Worauf achten?
- Das Hosten von Wanderschafts-Gästen ist keine organisierte Führung. Es ist ein offener Alltag, in den jemand hineinschnuppert. Kein Programm vorbereiten – einfach zeigen, wie es wirklich ist.
- «Community First» ist keine Floskel, sondern eine Schutzregel: Ein neuer Stamm, der ohne echte lokale Community startet, läuft in die Leere. Wenn der Impuls da ist, aber der Ort noch nicht bereit ist, gilt: zuerst nach Bern kommen, Rhythmus in den Körper bekommen.
- YOLU begleitet im Pull-Prinzip: Vorlagen und Gespräche anbieten, aber die Gestaltung liegt bei den Jugendlichen. Nicht übernehmen, nicht steuern.
- Die Weitergabe-Stimmung ist gross und schön – und gleichzeitig braucht es Nüchternheit: Wie gross ist die lokale Community wirklich? Gibt es einen Host-Ort, der mitleben lässt? Ehrliche Fragen sind freundlicher als frühzeitige Euphorie.
Material
- YOLU-Konzepte und Vorlagen für neue Stämme (Kapitel 12) – Stand Pilot 2026, Details in Klärung
- Kontaktliste möglicher Kompliz:innen und Host-Orte im YOLU-Netzwerk
- Hinweis auf bestehende Colearning-Standorte: Colearning Bern, Urbanes Dorf Webergut, Kulturlabor Schaffhausen, Lernort im Tösstal