Colearning Basecamp
Level 3 · Colearner:in

Lernunternehmen vertieft

Buchhaltung sauber führen, die passende Rechtsform wählen und das eigene Lernunternehmen auf Steward-Ownership-Grundsätzen aufbauen.

Was ist das?

«Lernunternehmen vertieft» ist die Quest, in der du dein Lernunternehmen auf ein nachhaltiges Fundament stellst. In Level 2 hast du deine erste Idee formuliert und erste Rechnungen gestellt. Jetzt geht es tiefer: Wie führst du eine saubere Buchhaltung? Welche Rechtsform passt zu deinem Vorhaben? Und wie verankerst du die richtigen Werte von Anfang an in der Struktur?

Drei Themen kommen zusammen:

  • Buchhaltung: Einnahmen und Ausgaben transparent dokumentieren – nicht als Pflicht, sondern als Grundlage, auf der du unternehmerisch entscheiden kannst.
  • Rechtsformen: Einzelunternehmen, Verein, GmbH oder eine Kombination – jede Form hat ihren Ort, und du lernst, woran du erkennst, welche für dich passt.
  • Steward Ownership: Ein Prinzip, das dafür sorgt, dass dein Unternehmen dir und deinem Zweck gehört – nicht dem Kapital, das irgendwann von aussen hineinkommt.

Warum gibt es das?

Ein Lernunternehmen kann von Anfang an richtig aufgestellt sein – oder es kann jahrelang im Ungefähren bleiben, bis es zu einem Problem wird. Der Unterschied liegt meist nicht im Fleiss, sondern im Wissen über Strukturen.

Das Basecamp gibt dir dieses Wissen früh und in echtem Kontext: nicht als Theoriestunde, sondern weil du gerade ein reales Unternehmen führst, mit echten Kund:innen und echten Einnahmen. Die Buchhaltung ist nicht Bürokratie – sie ist das Werkzeug, mit dem du siehst, ob dein Vorhaben trägt.

Die Steward-Ownership-Grundsätze kommen dazu, weil sie eine Frage beantworten, die fast alle Gründer:innen zu spät stellen: Wem gehört das Unternehmen eigentlich? Und wem soll es dienen? Wer diese Fragen beim Gründen beantwortet, baut von Anfang an auf einem Fundament, das trägt.

YOLU stellt für diesen Schritt erfahrene Kompliz:innen zur Verfügung: Treuhänder:innen und Jurist:innen aus dem Netzwerk, die wissen, wie das in der Praxis funktioniert.

Wie geht es konkret?

  1. Buchhaltung aufsetzen. Du dokumentierst Einnahmen und Ausgaben transparent – mit einem einfachen Template (YOLU stellt Buchhaltungstemplates zur Verfügung). Das 3-Töpfe-Prinzip (50% persönlicher Topf, 25% Stamm-Topf, 25% Ökosystem-Topf) ist die Grundstruktur, auf der deine Buchführung aufbaut.
  2. Rechtsform prüfen. Für den Einstieg brauchst du in der Schweiz gar nichts: Ein Einzelunternehmen entsteht formlos mit der Aufnahme der Tätigkeit. Die Handelsregisterpflicht greift erst ab CHF 100'000 Jahresumsatz. Wächst dein Vorhaben oder kommen weitere Personen dazu, schaust du gemeinsam mit einem Komplizen oder einer Komplizin, ob ein Verein, eine GmbH oder eine Kombination aus beidem besser passt.
  3. AHV-Situation klären. Unter 18 Jahren ist keine Anmeldung bei der Ausgleichskasse nötig. Ab 18 Jahren – und wenn dein Reingewinn CHF 2'500 pro Jahr übersteigt – meldest du dich als selbständigerwerbend an.
  4. Steward Ownership verstehen. Drei Grundsätze leiten jede Gründung im Basecamp: Selbstbestimmung bleibt bei den Tätigen. Das Unternehmen dient dem Zweck, nicht umgekehrt. Und Gewinne sind Mittel, nicht Selbstzweck. Ein Ökosystem-Beitrag und der langfristige Rückfluss werden in den Statuten verankert.
  5. Rückfluss in die Statuten. Die Rückfluss-Klausel folgt dem Capped-Return-Prinzip: Das Ökosystem erhält einen begrenzten, fairen Rückfluss – keine Stimmrechte, kein Eigentum, sondern eine Beteiligung am Gelingen, die nach einer definierten Zeit oder Summe endet. Danach ist dein Unternehmen frei.
Danach hast du dein Lernunternehmen auf ein solides Fundament gestellt: Du weisst, welche Rechtsform zu dir passt, führst die Bücher transparent und weisst, wie der Rückfluss ans Ökosystem in den Statuten verankert wird.
Für Einführende

Wer führt ein?

YOLU und Kompliz:innen (Treuhand, Jurist:innen) – Konzept 5.6. Musterstatuten und Buchhaltungstemplates stellt YOLU zur Verfügung (Stand Pilot 2026: in Erarbeitung).

Worauf achten?

  • Buchhaltung und Rechtsformen können schnell abstrakt und abschreckend wirken. Bleib nahe am konkreten Vorhaben der Jugendlichen: «Du hast letzten Monat CHF 350 eingenommen – lass uns das in die drei Töpfe aufteilen.»
  • Die Steward-Ownership-Grundsätze sind kein Ideologieprojekt, sondern ein praktisches Werkzeug. Erkläre sie am Beispiel: «Wenn jemand später viel Geld in dein Unternehmen steckt – behältst du dann noch die Kontrolle?»
  • Die offenen Punkte (AHV-Schwellen, Steuerverfahren für Minderjährige, Musterstatuten) sind noch in Klärung. Vermittle das ehrlich, ohne Unsicherheit zu verbreiten: Das Konzept kennt die Fragen, die Antworten kommen mit dem Piloten.
  • Die Kompliz:innen aus Treuhand und Recht sind kein Unterrichtsformat, sondern echte Fachleute, die auf Anfrage zur Verfügung stehen. Koordiniere mit YOLU, bevor du einen Kontakt herstellst.

Material

  • Buchhaltungstemplate (YOLU): Stand Pilot 2026, TODO: finales Template von YOLU
  • Musterstatuten mit Steward-Ownership-Klausel: in Erarbeitung (Stand Pilot 2026)
  • Kontaktliste Kompliz:innen Treuhand / Recht: über YOLU vermittelt
  • Konzept-Kapitel 8.4 (3-Töpfe-Prinzip), 8.5 (Rechtliches Gefäss), 8.6 (Serviceberry-Prinzip / Capped Return)

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